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Aktuelles Elektro - Andreas Holtkamp

Gira- Smart Home im Wohnungsbau

Die bislang eher vornehme Zurückhaltung der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Sachen Gebäudeautomation fußte meist auf zwei Argumenten: für uns zu teuer und für unsere Mieter zu anspruchsvoll. Für die Elektroindustrie bedeutete dies das Ende der berühmten Fahnenstange, während sich die Dämmstoffindustrie und die Hersteller von Wärmepumpen die Hände rieben.

Doch hier hat jetzt offenbar ein Umdenken eingesetzt, was Gebäudeautomation betrifft, aber auch Ambient Assisted Living (AAL), also altersgerechte Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben. Das hat Gründe. Zum einen macht die Überalterung unserer Gesellschaft natürlich nicht vor der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft halt. Auch hier fordern Mieter ein entsprechend ausgestattetes Wohnumfeld, um möglichst lange in den vertrauten vier Wänden wohnen zu können. Zum anderen müssen die Entscheider der Wohnungs- und Immobilienbranche auf den zunehmenden Marktdruck der Kosteneinsparung reagieren: die sogenannte zweite Miete, also der hohe Anteil der Nebenkosten an den Wohnkosten, wird für die Vermietbarkeit von Immobilien immer ausschlaggebender.

Und genau darum geht es. Denn die Studie belegt, dass Wohnungs- und Immobiliengesellschaften Investitionen in Smart Home- und AAL-Lösungen primär als Instrument der Mieter- und Kundenbindung sehen. 85 Prozent nennen dies als Hauptmotiv und stellen dabei ein verbessertes Energiemanagement in den Fokus. Hierzu zählt die Studie Energieverbrauchsmessung, -visualisierung und -abrechnung sowie Heizungssteuerung.

Wichtig für den Elektromeister: 80 Prozent der Unternehmen aus der Wohnungs- und Immobilienbranche planen nicht, Smart Home- und AAL-Kompetenz im eigenen Haus aufzubauen, sondern bevorzugen die Zusammenarbeit mit externen Partnern – Architekten und Planern sowie spezialisierten Beratern mit entsprechender Fachkompetenz. Wer als Elektrofachbetrieb diese Kompetenzen hat, kann sich also positionieren.

Aber mindestens genauso wichtig ist eine weitere Erkenntnis der Studie: Knapp 60 Prozent der Wohnungs- und Immobilienunternehmen fühlen sich über die Angebote am Markt nicht ausreichend informiert. Hier müsste sich die gesamte Elektrobranche eigentlich mal selbst an den Ohren ziehen! Manche Hunde muss man eben zum Jagen tragen … Was aber auch heißt: Wer jetzt fix und clever ist, hat die Nase vorn in diesem lukrativen Markt.

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